Herzlichst
Margot
Weihnachten in der Fremde
Um diese Zeit buk Mutter Pfefferkuchen
und Vater schlug im Wald den Tannenbaum.
Wir durften stets den süssen Teig versuchen
und untrem Tisch zuckte der Hund im Traum.
Wir waren vier und froh und voller Leben,
und Weihnachten war unser grösstes Glück.
Als Einziger bin ich davon geblieben -
um diese Zeit denk ich daran zurück.
So nach und nach sind alle weggestorben.
Zuerst der Hund, dann Mutter, Schwesterlein.
Kein Kind hat sich den Magen mehr verdorben,
am süssen Teig, am trüben Apfelwein.
Die Heimat blieb, doch ich bin ausgezogen;
das Haus verkauft und namenlos das Schild.
Ich bin mit Staren übers Meer geflogen,
vergass das Einst und lebte laut und wild.
Nun bin ich alt, es bricht an vielen Stellen,
kaum dass ichs schaff auf einen Bürgersteig.
Der Wind trägt Weihnachtslieder über Wellen
und fast riech ich der Mutter Kuchenteig.
© Margot S. Baumann






4 Kommentare:
Hallo Margot,
sehr gern war ich hier, das Weihnachtsgedicht weckt auch in mir viele gute Erinnerungen...
Dir noch feine Weihnachten
LG, Rachel
Hallo Rachel
Freut mich, wenn dir mein kleiner Rückblick gefällt. Dir auch - verspätet zwar, aber nicht weniger herzlich - schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Grüsse
Margot
Liebe Margot,
Wird es nicht Zeit den Baum hinaus zu werfen? Bei uns geschieht das immer am 13. Januar. Dann wird zuerst um den Baum getanzt.
Liebe Grüsse
M.
Ja, du hast Recht! ;-)
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